Ein Ort für Spiel, Spaß und Wissen

Jugendbibliothek offiziell eröffnet / Playstation, Bücher, Comics, CDs und DVDs / Neue Möbel

Von Steven Micksch

Coesfeld. Hastig stürmen die Mädchen und Jungen der 7c der Theodor-Heuss-Realschule in den neu gestalteten Bereich der Stadtbibliothek. Endlich sehen sie, ob ihre Vorschläge bei der Gestaltung auch umgesetzt wurden, und viele schauen sehr zufrieden.

„Ich finde es gut, dass es nun Mangas gibt, die haben vorher gefehlt“, sagt die 12-jährige Luisa. Doch nicht nur die japanischen Comichefte sind neu in der Jugendbibliothek (JuBi), auch die Ausstattung ist nun jugendgerecht und eine Playstation-4-Konsole lädt zum Verweilen ein.

Foto: AZ
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„Wir müssen die Jugendlichen früh binden, da es eine schwere Zielgruppe ist und keiner durch das Netz von Bildung und Kultur schlüpfen soll“, fasst es Dr. Mechtilde Boland-Theißen, Leiterin des Fachbereiches Kultur und Weiterbildung der Stadt Coesfeld, zusammen. Die JuBi soll deshalb ein Ort sein, an dem sich die Jugendlichen aufhalten, aber auch lernen und forschen können.

Bürgermeister Heinz Öhmann hofft, dass alle Kinder und Jugendlichen den Weg in die Bibliothek finden und schließlich durch Wissen über andere Kulturen auch Toleranz erlernen. Brigitte Tingelhoff, Leiterin der Stadtbücherei, untermauerte den Bedarf einer JuBi noch mit Zahlen. 3559 Nutzer seien unter 18 Jahren, die Möbel der vorherigen Jugendecke seien noch von 1977 gewesen und entsprächen somit nicht mehr dem Zeitgeschmack der Jugend. Um sich Ideen für die Coesfelder Jugenbibliothek zu holen, besuchten die Büchereimitarbeiterinnen die JuBi in Münster. Außerdem wurden acht Klassen von drei Schulen (Heriburg-, Nepomucenum-Gymnasium und Theodor-Heuss-Realschule) befragt. Dabei wünschten sich die Befragten eine Spielekonsole, neue Jugendbücher, Filme, eine neue Sitzecke, Mangas und Zeitschriften wie die Bravo. All das wurde nun umgesetzt. Widersprechen sich das Lernen und das Spielen an der Playstation aber vielleicht? „Spielen und Lernen verschmilzt immer mehr“, erklärt Dr. Boland-Theißen. Und Bibliothekarin Birgit Quente ergänzt: „Die Bedienung der Konsole funktioniert ohne aufmerksames und verstehendes Lesen gar nicht mehr. Auch die Spiele setzten viel Lesen und vor allem strategisches Denken oder Teamarbeit voraus.“

Insgesamt kostete die Umgestaltung 23 500 Euro, wobei 14 100 Euro vom Land und der Rest von der Stadt gestellt wurden. Die Sparkasse Westmünsterland gab noch 1000 Euro dazu und der Förderverein der Stadtbücherei 1400 Euro, damit das Medien-Kontingent aufgestockt werden konnte. „Die Bibliothek ist der Schatz der Stadt Coesfeld. Ich hoffe, das er noch lange glänzt“, kommentierte Christian Overhage, Filialdirektor der Sparkasse Westmünsterland, die Neugestaltung.

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