Libertree „The world is too small for walls“

Am 23. April 2015 fand die Eröffnungsausstellung Libertree in der Stadtbücherei statt. Am Tag des Buches, der weltweit gefeiert wird, denken wir an verbotene Bücher und an Bücherverbrennungen, aber auch an die vielen Zeugnisse von der Macht des Wortes „I have a dream“.

LibertreeThe world is too small for walls – Literatur kann Mauern überwinden. Ohne offene Herzen und Ohren wird es nicht gelingen, Brücken zwischen den Kulturen zu bauen. Die Diskussionen um Einwanderung zeigen überdeutlich, wie geistige Mauern und Vorurteile wirken. Es gibt so viele Mauern in dieser Welt, aber mit Mauern gibt es keinen Frieden.

Weltweit setzen sich Menschen damit auseinander, welche Bedeutung das Lesen von Büchern innerhalb und außerhalb von Gefängnismauern hat. Mit einem Buch verbindet sich der befreiende Gedanke, dass Bücher Welten öffnen können, dass Phantasie keine Grenzen hat und Brücken für Verständnis und Anteilnahme errichtet werden müssen.
„Beim Lesen war ich nicht eingesperrt und weggeschlossen – ich habe anders gelebt, in den Büchern, mit den Büchern und Bücher haben mir immer Freiheit bedeutet“.

Gerhard Peschers, Theologe und Bibliothekar im Justizvollzug, Vorsitzender des Fördervereins Gefangenbücherei e.V. und Initiator der Ausstellung „Libertree“ erzählt:
„Es fängt damit an, dass jemand nachts träumt. Zwei Jahre später ist der Traum bekannt bis hin nach China, Israel, Uganda und Brasilien, in 25 Sprachen übersetzt und von vielen Menschen in vielen Ländern weitergeträumt“. Er hat Menschen auf der ganzen Welt gebeten, ihm Beiträge zum Thema „Bücherbaum auf der Gefängnismauer“ zu schicken. Herausgekommen sind kreative Beiträge wie Malereien, Zeichnungen, Collagen, Gedichte und Lieder. Wurzeln durchbrechen Mauern, Zweige mit Blättern und Büchern öffnen sich zum Himmel.

Hermann Wenning las aus seinem Buch „Lauf zurück ins Leben“. Er erzählte den anwesenden Schülern eindrucksvoll von seinem Leben, dem Absturz durch Alkohol und Drogen und dem Entzug. Er fing wieder an zu Laufen und ein engagierter Justizbeamter nahm ihn mit zum Volkslauf. Dieses Erlebnis war der Start zu einem neuen Leben, einem Leben ohne Alkohol und Drogen.

Die Stadtbücherei zeigt eine beeindruckende Auswahl davon mit einer Ausstellung, die noch bis zum 30. Juni 2015 zu sehen ist.

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