Treffpunkt Literatur 2018

Wie auch in den letzten Jahren war das Sommerprogramm des „Treffpunkt Literatur 2018“ wieder ein voller Erfolg. Hubertur Meyer-Burckhardt eröffnete den Reigen mit einer Lesung und Gesprächen über Frauengeschichten „Was ich von starken Frauen gelernt habe“. Als charmanter Gastgeber von Talkshows war der Autor dem Publikum schon bekannt, um so größer waren die Erwartungen, die Meyer-Burckhardt voll erfüllte. Laut Aussage von Hubertus Meyer-Burckhardt ist sein Buch eine Hommage an von ihm verehrte Frauen. Weisheit und Lebenserfahrung paaren sich mit Humor und Freude. Die Frauen und ihre Geschichten konnten unterschiedlicher nicht sein. Es war ein kurzweiliger und unterhaltsamer Abend.

Don Quijote trifft Shakespeare – ein Literaturkonzert mit Stefan Sell, der ein begnadeter Erzähler und virtuoser Gitarrist ist. An diesem Abend tauchte er tief in die „Lebenswelten“ von Cervantes und Shakespeare ein und ließ deren Helden Don Quijote und Hamlet aufeinander treffen, eine geniale Idee. Der Erzähler kannte die Werke in- und auswändig, ideenreich und amüsant brachte er sie zu Gehör. Dass er sich darüber hinaus als Meister an der Gitarre zeigte, würdigte das Publikum mit jubelndem Applaus. Ebenso abwechslungsreich unterhaltsam waren seine Schilderungen der beiden Werke. Es war ein großartiger Abend in einer wunderbarten Atmosphäre. Die AZ titelte: „Von Windmühlenflügeln gestreifter Sommernachtstraum“

Stefan Sell erweist sich als großartiger Erzähler und virtuoser Gitarrist, der in seiner klingenden Literatur den Zuhörern in der Bischofsmühle auf geniale Weise den Geist von Don Quijote und Hamlet nahebringt (Foto: AZ)

Stimme der Toten – Lesung mit Elisabeth Herrmann. Dies ist der zweite Kriminalroman um Judith Kepler. Zum besseren Verständnis gab Frau Herrmann einen Rückblick und las ausdrucksvoll aus dem letzten Kapitel des ersten Teils „Zeugin der Toten“, wo die junge Tatortreinigerin beinahe von einer eiskalten CIA-Agentin erschossen wurde. Die junge Frau sollte diesmal in einer Bank die Spuren eines angeblichen Selbstmordes beseitigen und wurde plötzlich zur Komplizin eines gewissenlosen Waffenhändlers. Sie war mittendrin in einem aktuellen Szenario. Es ging um die Destabilisierung des europäischen Währungssystems. Der dritte und letzte Teil „Schatten der Toten“ ist bereits in Arbeit. Der Abend endete mit Beifall und Signieren der Bücher.

Die längste Nacht – Lesung mit Isabel Abedi. Ihr Roman spielt in einem Dorf in der Toscana, in dem der Wein wuchert und die Hitze flirrt. Wie sie die Sommerhitze, die Farben und Düfte nicht nur beschrieb, sondern mit den Gefühlen der Protagonisten verflocht, das war für die Zuhörer eine betörende sinnliche Hörerfahrung. Gemeinsam mit dem brasilianischen Musiker Eduardo Macedo, dessen Gitarrenklänge von sanfter Melancholie bis hin zu dramatischer Wucht perfekt die Stimmungen des Romans untermalten, so nahm sie die Zuhörer von der ersten Sekunde an gefangen. Abedis Stimme schaffte eine Atmosphäre, die das Publikum eintauchen ließ in ein dunkles Geheimnis der Familie. Das Buch ist eine Liebesgeschichte und eine Familientragödie. Mit Bildern zeigt die Autorin am Ende der Lesung die Entstehungsgeschichte des Romans. Der Abend war ein Genuss für Alle. Wenn ich demnächst einen Roman von Ihnen lese, werde ich immer diese Stimme im Ohr haben, so dankte Frau Elisabeth Roters-Ulrich der Autorin.

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