Eden - Wenn das Sterben beginnt
Der erste Satz
„Die Morgensonne brannte auf das Deck des Tauchboots. Sarah prüfte ein letztes Mal die Ausrüstung, als hinge ihr Leben davon ab.“
Der Beginn
Beim Tauchgang mit Touristen passiert Seltsames, denn die Mantas und Walhaie kommen den Tauchern viel zu nah. Und mittendrin ein angreifender Riesenkalmar. Der Tiefseebewohner schnappt sich einen Wal und zieht ihn als Beute nach unten. Denn: In der Tiefe gibt es keine Nahrung mehr. Plankton, Krill – alles tot und unwiederbringlich verschwunden.
Im Regenwald sind illegale Abholzungen ein Milliardengeschäft für verbrecherische Unternehmen, die unfassbaren Gewinn mit dem Raubbau machen. Die Klimafolgen sind dramatisch, nicht nur für Südamerika. Umweltaktivisten und ein bis dahin völlig unpolitischer Feel-Good-Blogger mit Millionen Followern decken auf, dass die eine Katastrophe im Meer schnell weitere nach sich zieht: Toxische Algen vor Norwegen, Sandstürme von Friesland bis Brandenburg, Keime im Grundwasser in Südfrankreich, Komplettausfall der Fischerei an Afrikas Ozeanküsten, Starkregen und Erdrutsche in China, Malariamücken in Deutschland. Konzerne reagieren schnell und gierig: Die Preise für Lebensmitteln gehen durch die Decke, Kosten für Energie, Mieten oder Versicherungsschutz werden unbezahlbar. Elend droht weltweit. Spekulanten und Hedgefonds folgen ihren eigenen KI-Systemen und wittern Macht und unendlichen Reichtum dank der einsetzenden Katstrophen.
Und das ist nur der Anfang in diesem Thriller.
Der Autor
Marc Elsberg, Jahrgang 1967, Österreicher, verheiratet, beruflich anfangs in der Werbebranche, dann Unternehmensberater, wurde über eine kleine Tätigkeit für eine Tageszeitung zum Romancier. Sein erster Thriller („Blackout – Morgen ist es zu spät“) erschien 2012 und wurde im deutschsprachigen Raum zu einem Riesenerfolg. Bis heute hat der Autor sechs weitere Thriller geschrieben, die alle zu Bestsellern wurden. Elsberg recherchiert jahrelang und befragt Wissenschaftler in allen ihm wichtigen Disziplinen, bevor er aus einem Thriller-Szenario einen Roman werden lässt.
Meine Meinung
Wussten Sie, das alles am Plankton hängt? Wenn dieser Anfang der Nahrungskette verschwindet, wird in absehbarer Zeit das meiste Leben auf der Erde vernichtet. Tiere, Landschaften, Menschen. Es gibt Verknüpfungen vom Plankton und Fischfang zu Getreideernten, Tierfutter, Massentierhaltungen, Dünger, Bodenbeschaffenheit, Klima, Tierwanderungen, Medikamente, Einzelhandel, Energie- und Lebenshaltungskosten und noch viel mehr.
Für „Eden“ hat Marc Elsberg nicht nur gründlich in den Bereichen der Biologie und Geologie recherchiert. Wesentlich in "Eden" sind auch KI-Technologie, Kommunikationsmedien, soziale Netzwerke, regionale und die globale Politik, Fischerei und Massentierhaltungen, Impfungen und Gesundheitsversorgung - und sogar das Versicherungswesen.
Marc Elsberg schafft es in "Eden" all diese Zusammenhänge in logischem Schrecken uns Leserinnen und Leser sehr verständlich - und spannend - zu präsentieren. Der Schwung und die fiebrige Rasanz in Elsbergs Schreibstils , überzeugen total. Kapitel haben selten mehr als drei Seiten, Wörter und Sätze werden zu Bildern und "Eden" wird während der Lektüre zum Kinofilm im Kopf.
Marc Elsberg ist mit „Eden“ ein erschreckend überzeugender Katastrophen-Thriller gelungen. Den Anfang habe ich lediglich interessiert gelesen, aber bereits nach wenigen Seiten setzte ein Sog ein der bis zum Ende anhielt und mich wirklich um den Schlaf brachte. Ein Wochenende und die privaten Reststunden einer Arbeitswoche habe ich mit diesem 760 Seiten dicken Brocken verbracht.
Für mich ist „Eden“ nach „Der Schwarm“ von Frank Schätzung und „Blackout“ der aufregendste Wissenschaftsthriller der letzten zwei Jahrzehnte.
Dieter Niehoff
Das Buch kann in der Bücherei im „Bestseller-Service“ ausgeliehen werden.
Marc Elsberg: Eden – Wenn das Sterben beginnt
Blanvalet Verlag 2026
768 Seiten