No Thanks!
Für Eilige
Am Anfang bekommen wir Steine, die gleichzeitig Siegpunkte sind. Leider können wir diese nicht behalten. Wir müssen sie ausgeben, um keine Karten zu bekommen, denn Karten bedeuten Minuspunkte. Aber bald gehen uns die Steine aus und wir müssen Karten nehmen, um wieder neue Steine zu bekommen. Klingt kompliziert? Ist es nicht. Das Spiel ist schnell erklärt und bringt Spaß in jede Runde.
Dieses schöne kleine Kartenspiel ist schon über 20 Jahre alt und wurde mehrfach (unter verschiedenen Namen) neu aufgelegt. Zurecht, denn ich habe selten ein Spiel gesehen, welches so schnell erklärt und gleichzeitig ein Garant für gute Stimmung in jeder Runde ist.
Am Anfang bekommen alle Mitspielenden eine Handvoll Steine. Jeder Stein ist einen Siegpunkt wert. Gleichzeitig ist jeder Stein aber auch ein Nein. Denn das Ziel des Spiels ist es, möglichst wenige Karten zu bekommen, die mit Zahlen zwischen 3 und 35 daherkommen und ebenso viele Minuspunkte wert sind. Aber wie wird aus einem Stein jetzt ein Nein? Ganz einfach: Es liegt immer genau eine aufgedeckte Karte in der Mitte und wer dran ist, kann einen Stein darauf legen, um die Karte nicht nehmen zu müssen. Und so geht es reihum. Das Schöne daran: Wer die Karte dann irgendwann nimmt, bekommt nicht nur entsprechend viele Minuspunkte, sondern auch alle Steine, die auf ihr liegen.
Es ist jedes Mal eine heikle und spaßige Entscheidung, rechtzeitig zuzugreifen, bevor einem die Steine ausgehen, aber gleichzeitig zu vermeiden, sich eine Karte unter Wert verkaufen zu lassen. So ist es sicherlich keine gute Entscheidung, eine 23 mit nur drei Steinen darauf zu nehmen, aber wenn der eigene Steinvorrat zur Neige geht und einem die Steine jedes Mal vor der Nase weggeschnappt werden, muss man sich mit weniger zufrieden geben. Denn wenn man gar keine Steine mehr hat, ist man gezwungen, die nächste Karte zu nehmen, auch wenn darauf nur ein Stein liegt und der Teufelskreis direkt wieder von vorn beginnt.
Eine kleine, aber feine Regel habe ich noch gar nicht erwähnt: Wer es schafft, benachbarte Karten zu sammeln, bekommt dafür nur einmal Minuspunkte. Habe ich also die 19, die 20 und die 21 vor mir liegen, bekomme ich dafür insgesamt nur 19 Minuspunkte. Damit lässt sich schöner Schabernack treiben: Decke ich in obiger Situation die 18 auf, könnte ich sie mir direkt schnappen, um insgesamt nur noch 18 statt 19 Minuspunkte zu bekommen. Oder, ich lehne mich genüsslich zurück, lege einen Stein darauf und warte in Ruhe ab, bis die Karte eine weitere Runde (oder sogar zwei?) genommen hat und mit einem Haufen Steine wieder zu mir kommt, da ich genau weiß, dass niemand anderes sie haben möchte. In einer anderen Situation könnte ich eine 10 nehmen, obwohl ich sie eigentlich gar nicht haben möchte, wenn ich sehe, dass die Person nach mir die 9 und die 11 hat und nur darauf wartet, die Karte zu nehmen und ihre Minuspunkte damit zu halbieren.
Solche Situationen machen das Spiel aus und führen regelmäßig zu Gelächter am Tisch. Wer es schafft, die richtigen Momente abzupassen und ein bisschen Glück hat, kann das Spiel für sich entscheiden. So kommt es regelmäßig vor, dass mehrere Partien hintereinander gespielt werden. Und für alle, die schon ein paar Partien des Spiels hinter sich haben und sich etwas Abwechslung wünschen, enthält die neueste Version des Spiels von 2024 sogar zusätzliche Karten, die den Zahlenkarten beigemischt werden können. Da sind dann Karten dabei, die beispielsweise dazu führen, dass die eigenen Steine plötzlich Minus- statt Pluspunkte sind, oder die einem einfach mal so 40 Minuspunkte bescheren, ohne dass man diese durch benachbarte Karten abschwächen kann. Diese bringen dann noch einmal besondere Würze ins Spiel. Zusätzlich sind Karten dabei, die einem positive Effekte wie Pluspunkte oder doppelte Siegpunkte durch die eigenen Steine bescheren. Bei diesen Karten wird das Spiel dann auf den Kopf gestellt: Hier legt man Steine nicht darauf, um sie nicht zu bekommen, sondern man muss sie darauf legen, um weiterhin eine Chance zu haben, die Steine zu bekommen.
Für wen ist das Spiel geeignet?
No Thanks! eignet sich hervorragend für mittelgroße Runden jeglicher Spielerfahrung. Von Brettspielneulingen bis Spieleprofi können meiner Erfahrung nach alle Spaß mit diesem Spiel haben, die keine Abneigung gegen ein wenig Glück und ein bisschen Interaktion am Tisch haben. Das Spiel ist schnell gespielt, sodass es auch in Momenten die passende Wahl ist, in denen andere Spiele zu lang wären. Für um die 10 € frisst es kein großes Loch in den Geldbeutel und kann mit seiner kompakten Größe auch schnell mal mitgenommen werden.
Stephen Kockentiedt
Eckdaten
No Thanks! — AMIGO
von Thorsten Gimmler
3-7 Personen
ab ca. 8 Jahren
ca. 20 Minuten