Ostfriesenkiller
Ostfriesenkiller
Krimis 4 Minuten Lesezeit

Ostfriesenkiller

Der erste Satz

„Ulf Speicher wusste nicht, dass er nur noch vier Stunden zu leben hatte.“

Handlung

Norden, Ostfriesland. Kommissarin Ann Kathrin Klaasens Ehe ist am Ende, da hilft die Arbeit zur Ablenkung. Der Chef eines Wohnheims für Menschen mit geistiger Beeinträchtigung wurde erschossen. Wenig später wird ein zweiter Mann ermordet, erschlagen mit einem Schwert. Beide engagierten sich in dem e. V., dem das Behindertenheim gehört. Die Kripo arbeitet auf Hochtouren, aber es kommt zu weiteren Opfern. Der Verein gerät mehr und mehr ins Visier der Ermittler.

Der Autor

Wie kann man Klaus-Peter Wolf nicht mögen? Das geht echt nicht. Wolf ist medial präsent, wenn es um seine neuen Bücher oder um die sozialen Projekte geht, die er unterstützt. In Talkshows ist er freundlich, unterhaltsam, interessiert und kommt sympathisch rüber. Er engagiert sich für die Rettung Schiffbrüchiger und für das „Hospiz am Meer“ in der Nähe seiner Heimatstadt Norden. Vor 23 Jahren ist Wolff mit seiner Frau nach Ostfriesland gezogen, ursprünglich stammt er aus dem Ruhrgebiet. Seit vielen Jahren schon lebt und arbeitet er in Ostfriesland, genauerer in Norden, knapp vorm Deich und nicht weit bis Norderney oder Borkum.
Wolf ist der Erfinder der Ostfriesland-Krimis und seit zwei Jahren der auflagenstärkste deutsche Krimiautor. Seine bislang 32 Ostfriesen-Krimis in fünf Reihen - mit annähernd gleichem Personal - haben eine Auflagenhöhe von 15 Millionen und wurden bislang in 26 Sprachen übersetzt. Jeder seiner Krimis kam in die Spiegel-Bestsellerlisten. Wolf hat zudem mehr als 50 Kinder- und Jugendbücher verfasst, darunter die vor zehn Jahren gestartete Reihe rund um die Norseedetektive. Bei vielen seiner Lesungen und Projekten arbeitet er zusammen mit seiner Ehefrau Bettina Göschl, eine Liedermacherin und Kinderbuchautorin.

Wolfs bisheriger Lebenslauf ist bunt und ereignisreich. Einige seiner Stationen im Schnelldurchlauf:

  • Geboren 1954 in Gelsenkirchen.
  • Jugend und Schule im Pott.
  • Kriegsdienstverweigerer.
  • Mit 23 Verfasser eines Theaterstückes für die Ruhrfestspiele.
  • Danach weitere Erfolge als Theaterautor.
  • 979 Buchautor mit dem Jugendkrimi Dosenbier und Frikadellen.
  • Als Geschäftsführer eines Literaturverlages erfolglos.
  • Einige Monate als Hilfsarbeiter beim Aufbau in Nicaragua mitgemacht.
  • Eintritt in die DKP, dann Reise durch die Sowjetunion.
  • Direkt danach Austritt aus der kommunistischen Partei.
  • Engagement und soziale Arbeit für Asylsuchende und für Opfer von Misshandlungen.
  • Produzent von Hörspielen für Kinder.
  • Gründung eines Theaters im Ruhrgebiet.
  • In seiner Heimatstadt Norden nach eigener Aussage ehrenamtlicher Tortentester(Schokoladenmanufaktur Norden) und überzeugter Museumsunterstützerr (Ostfriesisches KrimiMuseum in Norden).

Seit den frühen 1980er Jahren ist Klaus-Peter Wolf nicht nur ein vielfach ausgezeichneter Buchautor, sondern auch ein gefragter Drehbuchschreiber für das Fernsehen. Seine Spezialgebiete sind Krimis (Tatort, Polizeiruf 110) und Sachgeschichten für Kinder (Löwenzahn, Siebenstein). All das und noch viel mehr kann man in dem aufschlussreichen, sehr umfangreichen Nachwort des Ostfriesenkillers lesen.

Meine Meinung

Ostfriesenkiller erschien erstmal 2007 und ist im Januar 2026 als erweiterte Neuausgabe zeitgleich mit dem 20. Band (Ostfriesenerbe) der Reihe erschienen. Wolf bietet uns in der schmucken neuen Auflage als Zugabe einen immerhin 60-seitigen Kommentar zu den Anfängen seiner Autorentätigkeit und zur Entstehung seiner Krimis. Für Fans ist das ein Muss. Und für alle, die gerade erst mit seinen Büchern beginnen, ein raffiniertes Lockmittel. Ich gestehe: Obwohl ich einige der Ostfriesen-Krimis gelesen habe, der Auftaktband Ostfriesenkiller gehörte noch nicht dazu. Meine Erfahrungen mit den Krimis von Klaus-Peter Wolf gehen von "total toll" über "unterhaltsam" bis "zutiefst enttäuscht". So konnte ich mit der Story im 18. Band (Ostfriesenhass) gar nichts anfangen, Ostfriesengier, der 17. Band der Reihe war meines Erachtens herausragend gut gelungen.

Der Ostfriesenkiller interessiert mich als Krimileser, aber auch aus beruflichen Gründen, denn er spielt rund um die Arbeit und das Leben in einer Einrichtung der Behindertenhilfe. Ich war gespannt, wie Wolf das hinbekommt und ob man das wahre Leben darin wiederfinden kann. Soviel sei gespoilert: Es ist gelungen. Prädikat: Echt Lesenswert!

Dieter Niehoff

Klaus-Peter Wolf: Ostfriesenkiller
Fischer Verlag (TB), 2026 / 2007
384 Seiten