Was wir wissen können
Der erste Satz
„Am 20. Mai 2119 nahm ich in Port Marlborough die Nachtfähre und erreichte am späten Nachmittag den kleinen Anlegesteg nahe Maentwrog-under-Sea, der zur Bodleian-Snowdonia-Bibliothek gehört."
Der Beginn
Im Jahr 2119 sind große Teile Europas überschwemmt oder unbewohnbar geworden und Großbritannien ist eher bedeutungslos. Das Leben ist mühsam geworden und inmitten dieser Schwierigkeiten macht sich der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe auf die Suche nach einem verschollenen Gedicht aus dem Jahr 2014. Damals schrieb es ein weltbekannter Autor für seine Frau und trug es nur ein einziges Mal in der Öffentlichkeit vor. Das Paar hinterließ zwar viele Spuren, aber Metcalfe findet das Gedicht nicht - dafür entdeckt er Affären, Geheimnisse und ein großes Verbrechen.
Der Autor:
Ian Mc Ewan ist 1948 in Großbritannien geboren. Er ist verheiratet und lebt in der Nähe von London. Zu den vielen Auszeichnungen, die er im Laufe seines 50jährigen literarischen Schaffens erhalten hat, gehören der Booker Prize (1998), der Shakespeare-Preis (1999), Der Deutsche Bücherpreis (2003), der Jerusalem-Reis für die Freiheit des Individuums (2011) oder die Goethe-Medaille (2020). Zu seinen berühmtesten Romanen zählen:
- Der Zementgarten (1982),
- Der Tagträumer (1995),
- Abbitte (2002),
- Saturday (2005),
- Solar (2010),
- Kindeswohl (2016)
- Die Kakerlake (2019),
- Lektionen (2022).
Bislang wurden neun seiner Romane verfilmt.

Meinungen:
D"er Roman ist eine Ode an die Kraft der Literatur, eine Betrachtung über die Grenzen der Erkenntnis und nicht zuletzt auch eine tragische Liebesgeschichte und ein Krimi. Ian McEwan ist einmal mehr ein großartiger komplexer und überraschender Roman gelungen. Man kann nur hoffen, dass er sich mit seiner düsteren Zukunftsvision nicht als Hellseher erweist“ (Betina Baltschev, NDR Kultur)
„Und so wird Was wir wissen können zu einer Schnitzeljagd in die Vergangenheit, die bisweilen an Robert Louis Stevensons berühmten Abenteuerroman Die Schatzinsel erinnert. Der Schatz hier: Ein Gedicht“ (Katja Schönherr, SRF).
Sie können sich den Roman in der Bücherei ausleihen.
Dieter Niehoff